Dicht-, Dämm- und Klebstoffe für den Bauprofi
Die Gebäudehülle
Die Gebäudehülle dient als Abgrenzung zwischen dem Innenraum eines Bauwerks und der äußeren Umwelt oder angrenzenden Gebäudeteilen. Sie umfasst sämtliche Außenbauteile eines Gebäudes und damit neben der Fassade auch Fenster, Türen, Fundament und Dach.
Neben einer thermischen Funktion, hat die Gebäudehülle viele weitere Aufgaben. Diese beinhalten beispielsweise Schutz vor Witterungseinflüssen, kühlende und dämmende Funktionen, Sicherstellung von Privatsphäre, Förderung des Wohnkomforts, Minderung von Lärmbelästigungen, Tragfähigkeit des Gebäudes, ästhetische Gestaltungsfunktionen sowie Schutz vor Risiken wie Einbrüchen.
Die Qualität dieser Hülle zeichnet sich maßgeblich durch die Effizienz der Anschlussdetails und Dichtungen aus, die sorgfältig aufeinander abgestimmt sein müssen, um Bauschäden zu vermeiden und die Langlebigkeit der Konstruktion zu gewährleisten. An die Gebäudehülle sowie ihre Dämmung bestehen zudem gesetzliche Anforderungen und Vorgaben.
Das Schaubild zeigt farblich abgegrenzt die drei Ebenen zur Luftdichtheit, Schall- & Wärmedämmung sowie zum Wetterschutz. Durch Kreise gekennzeichnet sind die baulichen Bereiche, welche lückenlos über alle drei Ebenen abgedichtet werden müssen.
Angrenzende Bauteile
Die Fassade prägt ganz wesentlich das äußere, architektonische Erscheinungsbild. Deren Wandaufbau der Fassade dient aber nicht nur ästhetischen Zwecken, sie erfüllt auch wichtige funktionale Aufgaben wie den Schutz vor Witterungseinflüssen und die Wärmedämmung.
Die Fassade und an diese angrenzende Bauteile sind die Dachkonstruktion, Gebäudeöffnungen und erdberührte Bauteile. Insbesondere an den genannten Bauteilen sollte die Gebäudehülle über alle drei unten benannten, funktionalen Ebenen lückenlos geschlossen werden.
Übliche angrenzende Bauteile:
- Schrägdach, Flachdach (Dachkonstruktion)
- Fenster inkl. Dachfenster, Türen/Tore, Lüftungsöffnungen; Aufzug-/ andere -Schächte (Gebäudeöffnungen)
- Fundament/Bodenplatte, Erdberührter Fassadenbereich (Erdberührte Bauteile)
Bauphysikalische Grundlagen
Der Wasserdampf in der Luft neigt dazu, sich von einem Bereich mit höherem Dampfdruck (wärmere Luft und/oder höherer Feuchte) zu einem Bereich mit niedrigerem Dampfdruck (kühlere Luft und/oder geringerer Feuchte) zu bewegen. Der Druck ist dabei von Temperatur und relativer Luftfeuchte abhängig.
Oberes Schaubild
Im Winter hat kalte Außenluft weniger Feuchtigkeit als warme Innenluft, obwohl die relative Luftfeuchte gleich ist. Infolgedessen bewegt sich Wasserdampf von Innen nach Außen, wobei er im Bauteil kondensieren kann.
Mittleres Schaubild
Im Sommer können aufgrund umgekehrter Temperaturverhältnisse Dampfdiffusionen von außen nach innen auftreten, auch wenn die relative Luftfeuchtigkeit gleich ist.
Unteres Schaubild
Wasserdampfwanderungen können auch bei gleichen Temperaturen auftreten, wenn Unterschiede in der relativen Luftfeuchtigkeit bestehen.
Diffusion als wesentlicher Faktor
Im Zusammenhang mit dem Durchdringen von Gasen durch feste Stoffe und Luftschichten spielt die Diffusion eine wichtige Rolle, insbesondere in Bezug auf den Feuchtigkeitstransport in Gebäuden.
Durchdringen von Gasen durch feste Stoffe
Diffusion von Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Kohlendioxid und anderen Gasen durch feste Stoffe findet statt, wenn die Gasmoleküle durch Festkörper wandern. Dieser Prozess tritt aufgrund des Konzentrationsgefälles auf, wobei die Gasmoleküle von einem Bereich mit höherer Konzentration zu einem Bereich mit niedrigerer Konzentration diffundieren. Ein Beispiel dafür ist der Transport von Wasserdampf durch Baustoffe wie Beton, Holz oder Ziegelmauerwerk.
Luftschicht als Barrieren für Feuchtigkeitstransport
Die Diffusion von Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf durch Luftschichten kann beeinflusst werden durch Faktoren wie Temperaturunterschiede, Luftfeuchtigkeit und den Druckgradienten zwischen Innen- und Außenbereich. Der sd-Wert (Wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke) ist hierbei die Kennzahl, die die Diffusionsfähigkeit einer Bauteilschicht oder einer Materialkombination angibt. Je höher der sd-Wert, desto widerstandsfähiger ist das Material gegen Eindringen von Feuchtigkeit. Ein niedriger sd-Wert bedeutet, dass das Material für den Feuchtigkeitstransport durchlässiger ist.
Fähigkeit Wasserdampf aufzuhalten
Der sd-Wert bietet eine Orientierung über die diffusions-hemmenden Eigenschaften von Dichtstoffen und teilt Baumaterialien entsprechend ihrem Wasserdampfdiffusionswiderstandes in fünf Klassen ein:
- Dampfoffen = sd-Wert von 0,0 m bis 0,5 m
- Dampfbremsend = sd-Wert von 0,5 m bis 10 m
- Dampfhemmend = sd-Wert von 10 m bis 100 m
- Dampfsperrend = sd-Wert von 100 m bis 1.500 m
- Dampfdicht = sd-Wert ab 1.500 m
Innen dichter als Aussen
Die Regel "Innen dichter als Außen" besagt, dass die innere Ebene der Gebäudehülle dichter bzw. luft- und dampfundurchlässiger sein muss als die äußere Ebene. Der Grund dafür liegt im Schutz vor Feuchtigkeit und in der Vermeidung von Bauschäden durch Konvektion.
Die innere Ebene der Gebäudehülle soll verhindern, dass warme, feuchte Raumluft in die Dämmebene gelangt. Wenn feuchte Luft in die Dämmebene eindringt, kann sie auf der kalten Außenseite kondensieren. Dadurch könnte es zu Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung kommen.
Die äußere Ebene ist zwar wasserdicht, aber dampfdiffusionsoffen, d.h. sie lässt Feuchtigkeit, die sich in der Dämmebene gesammelt hat, nach außen entweichen. So kann Wasserdampf, der sich möglicherweise in der mittleren Ebene befindet, nach außen abgegeben werden, ohne dass Wasser von außen eindringt.
Wenn die Innenseite der Abdichtung weniger dicht wäre als die Außenseite, könnte Feuchtigkeit eingeschlossen werden, was zu Kondensationsproblemen und langfristigen Bauschäden führen würde.
Bei der abgebildeten Fenstermontage wird der Feuchtigkeitstransfer aus der Dämmebene hinaus mit einer dampfhemmenden Innenfolie und einer dampfoffenen Außenfolie gewährleistet.
Wasserdampf nimmt immer den Weg des geringsten Widerstandes
Feuchtigkeit wird gestaut
Von der Innenseite eindringender Wasserdampf (geringer sd-Wert) kondensiert, da er nicht ausreichend nach außen (hoher sd-Wert) diffundieren kann. Die Feuchte führt langfristig zu Schäden und Schimmel in der Dämmebene.
Durchgang von Feuchtigkeit
Aufgrund der diffusionsoffenen Außenseite kann der in geringen Mengen von innen eindringende Wasserdampf gut nach außen entweichen. Somit ensteht in der Konstruktion kein Tauwasser (Kondenswasser).
Punktuelle Sammlung von Feuchtigkeit
Bei punktuellen Leckagen kommt es zur Konvektion, einer größeren Menge an Feuchtigkeit, welche in die Dämmschicht eindringen kann. Diese Feuchte minimiert den Dämmwert und verursacht langfristig Schäden und Schimmelbildung.
Vermeidung von Wärmebrücken
Ein effektiver Wärmeschutz erfordert die Minimierung von Wärmebrücken, da diese den Wärmefluss erhöhen und zu unerwünschten Temperaturunterschieden sowie, durch den Wärmeverlust nach Außen, zu erhöhten Energiekosten führen.
Wärmeverlust begrenzen
Das Gebäudeenergiegesetz schreibt vor, dass Bauteile eines neu zu errichtenden Gebäudes, die die Außenluft, das Erdreich oder Räume mit wesentlich niedrigeren Innentemperaturen abgrenzen, so gestaltet sein müssen, dass sie die Anforderungen des Mindestwärmeschutzes erfüllen. Konkret bedeutet dies, dass diese Bauteile den Wärmeverlust aus dem Gebäude heraus begrenzen müssen, um eine angemessene thermische Behaglichkeit im Inneren zu gewährleisten. Der Mindestwärmeschutz ist ein Standard, der in der DIN 4108-2:2013-02 definiert ist und Anforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden festlegt.
Baukosten im Blick behalten
Wärmebrücken sind Bereiche oder Konstruktionsteile in einem Gebäude mit hoher Wärmeleitfähigkeit (λ in W/(mK)), die Wärme nach außen leiten. Gemäß Gebäudeenergiegesetz §12 muss ein Gebäude so konstruiert sein, dass der Einfluss konstruktiver Wärmebrücken auf den Jahres-Heizwärmebedarf minimiert wird. Sie können sonst zu erhöhten Heizkosten und zu Kondensationsproblemen führen. Die Reduzierung von möglichen Wärmebrücken (siehe Schaubild unten) soll gemäß den anerkannten Regeln der Technik geschehen und die wirtschaftliche Machbarkeit berücksichtigen, um die Baukosten nicht unnötig zu erhöhen.
Gesetzliche Anforderungen zur Gebäudehülle
Zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden stellte bereits die DIN 4108 besondere Anforderungen an die Abdichtung der Gebäudehülle. Gesetzliche Vorgaben werden seit November 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gegeben.
Bereits seit 1977 stellt die Norm DIN 4108 spezifische Anforderungen an die Gebäudehülle, um eine hohe Energieeffizienz und den Schutz vor Witterungseinflüssen sicherzustellen. Die wichtigsten Forderungen umfassen Wärmeschutz, Luftdichtheit, Feuchteschutz, Wärmespeicherfähigkeit und Energieeffizienz.
Diese Norm betont die Notwendigkeit, dass alle Verbindungen und Fugen in der Gebäudehülle, insbesondere in den Bereichen, die für den Wärmeaustausch maßgeblich sind, umlaufend und vollflächig, sorgfältig sowie dauerhaft abgedichtet werden müssen, um unkontrollierten Wärmeverlust und Zugluft zu verhindern sowie den Energieverbrauch zu minimieren.
In einer Zeit, in der die Energieeffizienz und der Klimaschutz immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist die Beachtung und Umsetzung der Anforderungen an die Luftdichtheit von Gebäuden von entscheidender Bedeutung, um eine nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise zu fördern.
Die DIN 4108 bietet spezifische technische Vorgaben für den Wärmeschutz von Gebäuden, während das Gebäudeenergiegesetz (GEG) umfassende rechtliche Rahmenbedingungen zur Förderung der Energieeffizienz und des Klimaschutzes im Gebäudesektor definiert. Mit dem Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestand wird das Gesetz kontinuierlich weiterentwickelt.
Das GEG trat im November 2020 in Kraft und vereint die bisher getrennten Regelungen aus der Energieeinsparverordnung (EnEV), dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG).
Vorgaben durch das GEG
Der maximale Primärenergiebedarf eines Gebäudes ist streng limitiert. Diese Vorgabe betrifft sowohl Neubauten als auch Bestandsgebäude bei Sanierungen. Ziel ist es, die Gesamtenergieeffizienz zu steigern und den Energieverbrauch zu reduzieren.
Bei Verkauf, Vermietung oder Neubau von Gebäuden muss ein Energieausweis vorgelegt werden. Dieser gibt Auskunft über die energetische Qualität des Gebäudes und ermöglicht es Käufern oder Mietern, den Energieverbrauch einzuschätzen.
Bei Neubauten muss ein Teil des Energiebedarfs für Heizung und Kühlung durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Dazu können Solarthermie, Biomasse, Geothermie oder Fernwärme genutzt werden.
Das GEG fördert den Einsatz von intelligenten Steuerungssystemen zur Gebäudeautomation, um den Energieverbrauch weiter zu reduzieren. Diese Systeme optimieren beispielsweise Heiz- und Lüftungsanlagen.
Bei größeren Renovierungen von Bestandsgebäuden sind energetische Verbesserungen vorgeschrieben. Dazu gehören unter anderem die Dämmung von Dächern und Wänden sowie der Austausch veralteter Heizsysteme.
Das GEG zielt durch effizientere Heiz- und Kühlsysteme und den Einsatz erneuerbarer Energien auf die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Gebäudesektor ab.
Gesetzestexte
Rechtliche Vorgaben und Bestimmungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die sich unmittelbar oder mittelbar auf die Gebäudehülle auswirken sind:
Wärmeschutz
§ 11 Mindestwärmeschutz
§ 12 Wärmebrücken
§ 14 Sommerlicher Wärmeschutz
§ 16 Baulicher Wärmeschutz bei Wohngebäuden
§ 19 Baulicher Wärmeschutz bei Nichtwohngebäuden
§ 47 Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes
§ 48 Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderung
Dichtheit
§ 13 Dichtheit
§ 26 Prüfung der Dichtheit eines Gebäudes
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Für eine staatliche Förderung, sowohl bei Neubau- als auch bei Sanierungsprojekten ist neben sorgfältiger Planung auch ausreichende Bonität entscheidend. In Deutschland kann dabei die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) unterstützen. Diese legt in ihren Richtlinien genau fest, was gefördert wird und wie man diese Förderung über die zuständigen Kreditinstitute erhalten kann.
Das BEG EM-Programm fördert spezifische energetische Einzelmaßnahmen an Gebäuden. Diese Maßnahmen können an der Gebäudehülle der Anlagentechnik oder an der Gebäudetechnik durchgeführt werden. Die Förderung richtet sich sowohl an private Hausbesitzer als auch an Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, durch diese Maßnahmen den Energieverbrauch zu senken und die Umstellung auf erneuerbare Energien zu fördern. Das BEG EM ist Teil der Klimaschutzstrategie der Bundesregierung und soll dazu beitragen, die Ziele des Klimaschutzplans 2050 zu erreichen. Es soll den Gebäudebestand energetisch modernisieren und einen Anreiz für Investitionen in nachhaltige und zukunftsfähige Technologien bieten. Langfristig wird angestrebt, den Energieverbrauch im Gebäudesektor erheblich zu reduzieren und die Nutzung fossiler Brennstoffe zu minimieren.
Förderhöhe und -bedingungen
Die Förderhöhe variiert je nach Maßnahme. Grundsätzlich erfolgt die Förderung entweder durch direkte Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen. Die Förderung liegt in der Regel bei 15-40 % der förderfähigen Kosten. Bestimmte Maßnahmen, wie der Austausch ineffizienter Heizungen, können durch zusätzliche Boni gefördert werden. Förderanträge müssen vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden. Förderfähig sind auch die Kosten für Planung und Baubegleitung durch Fachleute.
Antragsverfahren und Voraussetzungen
Anträge auf Förderung müssen vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden. Sie können über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt werden, je nachdem, ob eine Zuschuss- oder Darlehensförderung gewünscht wird. Voraussetzungen sind u. a. die Einhaltung technischer Mindestanforderungen und die Beauftragung eines Energieeffizienz-Experten, der die Maßnahmen begleitet und die Einhaltung der Anforderungen bescheinigt.
Förderungen im Überblick
Die Förderung ist auf maximal 70 Prozent Zuschuss gedeckelt. Es werden Investitionskosten von maximal 30.000 Euro für die erste Wohneinheit berücksichtigt, Sie erhalten also maximal 21.000 Euro Förderung.
Förderfähige Einzelmaßnahmen
Wärmedämmung
Dämmung von Außenwänden, Dächern, Kellerdecken und Geschossdecken zur Reduzierung von Wärmeverlusten
Fenster und Türen
Austausch alter Fenster und Außentüren durch energieeffiziente Varianten
Heizungssysteme
Installation von effizienten Heizungen, z.B. Wärmepumpen, Biomasseanlagen oder gasbetriebene Brennwertheizungen in Kombination mit erneuerbaren Energien
Optimierung bestehender Heizungen
Verbesserung oder Erneuerung von Heizungsanlagen, um den Energieverbrauch zu senken
Lüftungsanlagen
Einbau von Lüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung zur Verbesserung der Raumluftqualität und Energieeffizienz
Erneuerbare Energien
Nutzung von Solarthermie, Photovoltaikanlagen oder anderen erneuerbaren Energien zur Wärme- oder Stromerzeugung
Nachhaltigkeit im Fokus
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) spielt mit ihrem Zertifizierungssystem, welches Gebäude nach ihren ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Qualitäten bewertet, eine zentrale Rolle bei der Förderung von Bauvorhaben durch Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Die DGNB setzt Maßstäbe für Nachhaltigkeit im Bauwesen, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen. Ihr Zertifizierungssystem gilt als eines der strengsten und umfassendsten weltweit. Es fördert Innovationen und eine ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus von Gebäuden, was zu besseren ökologischen und sozialen Ergebnissen führt.
Plaketten von Bronze bis Platin
Die DGNB vergibt die Auszeichnungen Platin, Gold, Silber und Bronze, je nachdem, wie gut ein Gebäude Anforderungen erfüllt.

Klassifizierung von Produkten
Kriterien zur Bewertung bauchemischer Produkte sind im DGNB-Kriterienkatalog (Version 2023) gleich in mehreren Zeilen zu finden. Alle unten genannten Zeilen bewerten die Risiken für die lokale Umwelt mit den Qualitätsstufen 1 bis 4 in den jeweiligen Anwendungsbereichen.
Zeile 8
Grundierungen, Vorstriche, Spachtelmassen und Klebstoffe unter Wand- und Bodenbelägen (z.B. Fliesen, Teppiche, Parkett, elastische Bodenbeläge - ausgenommen Tapeten)
Zeile 11
Dichtungsmassen, Dichtstoffe, Klebstoffe für punkt- und linienförmige Verklebungen von Bauteilen im Innenraum: mechanisch belastete Fugen / Sockelleisten / Türschienen / Stützenkleber (Doppel- oder Hohlboden) / Lüftungskanäle. Gemeint sind Acrylatdichtstoffe / -kleber, Silikondichtstoffe, PU-Kleber und silanmodifizierte Polymere (SMP)
Zeile 13
Betrachtet Klebstoff für die Herstellung der Luftdichtheit an der Fassade innen und außen: z. B. PU, PU-Hybrid, MS-Polymer, SMP, Acrylat, Silikon
Zeile 38
Ort- und Montageschäume für die Montage von Außentüren, Außenfenstern sowie im Innenausbau z.B. Türzargen
Zeile 42
Technischer Brandschutz, Verklebungen bzw. Abdichtungen in Innenräumen, PU-Montagekleber: Brandschottspachtelmassen, Brandschutzcoatings für Kabel, Brandschutzsilikone, PU-Montagekleber für Dämmstoffe (EPS, XPS, PUR)
DGNB und QNG
Das "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" (QNG) wird im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) vergeben, um Nachhaltigkeitsaspekte zu klassifizieren. Auch dieses Siegel erfordert den Nachweis ökologischer, soziokultureller und ökonomischer Qualität von Gebäuden, basierend auf unabhängigen Prüfungen.
Die Nachhaltigkeitsbewertung erfolgt üblicherweise durch die DGNB. Mindestens die DGNB-Zertifizierung auf Silber-Niveau wird benötigt, um das QNG-Siegel zu erhalten.
Produkte wie Dichtstoffe und
PU-Schäume werden in folgenden Zeilen unter QNG-Kriterium "QNG 313 Schadstoffvermeidung in Baumaterialien" (Stand 7/2024) erfasst:
Zeile 4.1
Chlorparaffine ≤ 0,10 % Deklaration biozider Wirkstoffe in Silikonen
Zeile 4.2
Chlorparaffine, TCEP, PBB und PBDE ≤ 0,10 %, lösemittelfreioder GISCODE PU10, PU 20
Zeile 4.3
Chlorparaffine, TCEP, PBB und PBDE ≤ 0,10 %
Zeile 4.5
VOC < 40,0 g/l und Chlorparaffine < 0,1%, PU-Klebstoffe: PBB, PBDE, TCEP < 0,1%
Zeile 12.5
Frei von halogenierten Treibmitteln und keine UF-Schäume, TCEP, Chlorparaffine < 0,1%
Unser Einsatz für Klima, Umwelt und Natur
Produkte von Soudal dichten Fugen ab, verhindern Wärmebrücken und reduzieren Energieverluste. Richtig angewandte Dicht- und Dämmstoffe verbessern die Akustik und verringern das Risiko von Kondensation und Schimmel. Zudem setzt Soudal Maßnahmen mit dem Ziel einer klimaneutralen Gesellschaft um.
Rohstoffe und Abfall
Wir begrenzen unsere Abfallströme, indem wir Reststoffe wie Papier, Kunststoff, Holz und Metall getrennt sammeln und in höchstmöglicher Qualität recyceln. Durch Prozessoptimierung und Automatisierung verringern sich Produktionsfehler und somit die Abfallmenge. Unsere Abfallmengen in Turnhout sind 2022 im Vergleich zu 2021 um 278 Tonnen gesunken, wobei die Menge an Papier und Pappe um 14 Prozent und der Restmüll um 4 Prozent oder etwa 125 Tonnen zurückging.
Unsere leichten Silikonschläuche sparen 285 Tonnen Plastikmüll pro Jahr. Bei den meisten Verpackungen setzen wir auf recycelte Materialien. Die Eimer bestehen zu 80 Prozent aus Post-Consumer-Recycling (PCR) gewonnen Kunststoffen. Unsere Metall-Aerosoldosen werden über das Recyclingsystem von PDR, unserem Recyclingpartner in Deutschland, wiederverwertet. Zudem verwenden wir bei ausgewählten PU-Schäumen bluemint©-Steel-Dosen, die bei der Herstellung bis zu 64 Prozent weniger CO2-Emissionen erzeugen.
Ökologischer Fußabdruck
Wir reduzieren unsere CO2-Emissionen bereits durch folgende Maßnahmen: In unseren Büros und Produktionshallen in Turnhout (Belgien), Weert (Niederlande), Pionki (Polen) und Seoul (Südkorea) setzen wir bereits auf LED-Beleuchtung. Unsere belgischen Büros werden mit Wärmepumpen beheizt, und im Werk 5 in Turnhout nutzen wir geothermische Energie zur Temperaturregelung. Die bei der Produktion erzeugte Abwärme wird zur Beheizung der Produktionshallen verwendet. Prozessautomatisierung und neue KI-Technologien tragen ebenfalls zur Energieeffizienz bei. Ende 2022 wurde unsere Windkraftanlage in Turnhout in Betrieb genommen, die jährlich etwa 5 GWh erneuerbare Energie produziert. Zusammen mit der 10.000 m2 umfassenden PV-Anlage decken wir etwa 40 Prozent unseres jährlichen Strombedarfs in Turnhout.
Zudem sind 44 Prozent unserer Fahrzeuge am Hauptsitz bereits elektrisch betrieben, unterstützt durch über 60 Doppelladestationen. Unsere Strategie, in der Nähe unserer Märkte zu produzieren, sorgt dafür, dass die Produkte in der Wertschöpfungskette weniger Kilometer zurücklegen. Zusätzlich setzen wir auf multimodalen Transport und nutzen ab 300 Kilometer die Schiene. Damit reduzieren wir weitere CO2-Emissionen.
In den letzten Jahren haben wir HFKW (Fluorkohlenwasserstoffe) weitgehend durch HFOs (Fluorwasserstoffolefine) ersetzt, die ein niedriges Global Warming Potential (GWP) haben. Bereits 99,9 Prozent unserer HFKWs wurden durch HFOs ersetzt, was die Treibhausgasemissionen sowohl in unseren Fabriken als auch bei den Anwendern vor Ort erheblich verringert hat. Auch durch die sachgerechte Entsorgung bei unserem Recycling-Partner PDR und die Wiederverwendung der dabei zurückgewonnen Treibgase könne wir CO2-Emissionen mindern.
Umwelt-Auswirkungen
Unser Produktionsprozess in Turnhout wird seit 2015 nach ISO 14001 zertifiziert. Unsere Produktionsverfahren selbst haben nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf die Bodenverschmutzung. Abwässer werden gemäß lokalen Normen eingeleitet. Einige unserer Produkte enthalten geringe Anteile an schwer abbaubaren Schadstoffen. Um zu verhindern, dass diese nach dem Gebrauch in die Umwelt gelangen, fördern wir deren ordnungsgemäße Sammlung. Zur Verringerung der Belastung unserer Abwässer reinigen wir unsere Mischtanks soweit möglich mit lösungsmittelfreien Produkten und setzen verstärkt auf wasserbasierte Rezepturen. Im Jahr 2022 wurden 885 Tonnen Abwasser aus den Werken 1, 2 und 3 in Turnhout abgeleitet, was einem Rückgang um 128 Tonnen im Vergleich zu 2021 entspricht.
Dank unseres Regenwasserrückgewinnungssystems können wir 300.000 Liter Regenwasser in unterirdischen Behältern speichern und als Brauchwasser nutzen. Ein wichtiger Schritt, um Wasserressourcen zu schützen.
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie bildet das Fundament für zukünftige Verbesserungen. Wir sind entschlossen, unsere Ziele weiterzuverfolgen und die Liste der KPIs in den kommenden Jahren zu erweitern und zu vervollständigen.
80
Prozent recycelter Kunststoff (Anteil bei den meisten Soudal-Verpackungen)
278
Tonnen weniger Abfall (Am Standort in Turnhout im Vergleich zu 2021)
128
Tonnen weniger Abwasser (Aus Werken in Turnhout im Vergleich zu 2021)
Wohngesundheit sicherstellen
Wohngesunde Bauprodukte sorgen dafür, dass Schadstoffemissionen minimiert werden und die Gesundheit der Bewohner geschützt wird. Zertifikate wie EC1 PLUS helfen dabei, solche Produkte zu identifizieren.
Die Bedeutung der Wohngesundheit für Bauprodukte ist heute wichtiger denn je. Bauprodukte wie Farben, Klebstoffe, Dichtstoffe, Bodenbeläge und Dämmmaterialien können Schadstoffe freisetzen, darunter flüchtige organische Verbindungen (VOC), Formaldehyd und andere chemische Substanzen, die die Luftqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Probleme verursachen können. Wohngesunde Bauprodukte sind emissionsarm und geben möglichst wenig oder gar keine schädlichen Stoffe an die Umgebungsluft ab. Dies trägt entscheidend dazu bei, dass die Raumluft frei von Schadstoffen bleibt, was für die Gesundheit der Bewohner von zentraler Bedeutung ist.
Menschen verbringen oft über 90 % ihrer Zeit in Innenräumen, weshalb der Schutz vor Schadstoffen besonders wichtig ist. Wohngesunde Bauprodukte reduzieren das Risiko von Atemwegserkrankungen, Allergien, Kopfschmerzen und Hautreizungen deutlich. Diese Produkte sind nicht nur während der Bauphase emissionsarm, sondern bleiben auch langfristig unbedenklich, was eine gesunde Wohnumgebung über Jahre hinweg garantiert.
Nachhaltigkeit und Wohngesundheit sind eng miteinander verbunden. Wohngesunde Bauprodukte basieren oft auf natürlichen oder recyclingfähigen Materialien, die bereits in der Herstellung den Schadstoffausstoß minimieren. Zertifikate wie EC1 PLUS dient als verlässliche Orientierungshilfe und garantiert, dass Produkte strengen Prüfverfahren unterliegen und den höchsten Standards entsprechen. Auch gesetzliche Vorschriften spielen eine immer größere Rolle. In vielen Ländern gibt es bereits Normen, die sicherstellen, dass Bauprodukte bestimmte Grenzwerte für Schadstoffemissionen nicht überschreiten. Hersteller reagieren auf die steigende Nachfrage nach wohngesunden Produkten, indem sie zunehmend emissionsarme und gesundheitlich unbedenkliche Materialien entwickeln und anbieten.
Die Verwendung schadstoffarmer Materialien und eine fachgerechte Verarbeitung verbessern die Raumluftqualität und steigern das Wohlbefinden langfristig.

Baustoff-Bezeichnungen zu Brandverhalten
Gemäß DIN 4102-1 werden schwer entflammbare Baustoffe als „Baustoffklasse B1“ bezeichnet, normal entflammbare Baustoffe als „Baustoffklasse B2“. „Baustoffklasse B3" kennzeichnet (in Deutschland) leicht entflammbare Baustoffe, die unterhalb des Erdreiches liegen.
B1
Bei der Prüfung zur Einordnung in die Baustoffklasse B1 (schwerentflammbar) wird der Brand eines Gegenstandes in einem Raum simuliert. Dabei müssen die Brandausbreitung gering und die Wärmeabgabe begrenzt sein. Prüfanstalten knüpfen die Vergabe der B1-Klasse für Montageschaum an bestimmte Anwendungsbedingungen, die sinngemäß lauten: Das gesamte Bauteil entspricht nur dann B1, wenn der Schaum zwischen festen mineralischen Stoffen (z.B. Beton) verwendet wird.
B2
In Gebäuden muss Montageschaum die Anforderungen der Baustoffklasse B2 nach DIN 4102-1 erfüllen. Für die Prüfung zur Einstufung in die Baustoffklasse B2 werden die Proben mindestens 14 Tage bei Normalklima gelagert, bevor sie einer Flammenprüfung unterzogen werden. Diese gilt als bestanden, wenn bei keiner von fünf Proben die Flamme innerhalb von 20 Sekunden eine 150 mm-Marke erreicht (Beflammungsdauer: 15 Sekunden).
B3
Materialien der Baustoffklasse B3 sind leicht entflammbar und dürfen in Gebäuden grundsätzlich nicht verbaut werden.
Europäische Brandschutznorm
Seit 2001 existiert mit der EN 13501-1 ein europäisches Klassifizierungssystem für Baustoffe parallel zum nationalen System der DIN 1402-1. Die EN 13501-1 beinhaltet die Baustoffklassen A bis F:
A: kein Beitrag zum Brand (A1, A2)
B: sehr begrenzter Beitrag zum Brand
C: begrenzter Beitrag zum Brand
D: hinnehmbarer Beitrag zum Brand
E: hinnehmbares Brandverhalten
F: keine Leistung festgestellt
Außerdem werden zusätzlich die Rauchentwicklung (Smoke, Klassen s1, s2 und s3) sowie das brennende Abtropfen (Droplets, Klassen d0, d1, d2) klassifiziert:
s1: geringe Rauchentwicklung
s2: mittlere Rauchentwicklung
s3: hohe Rauchentwicklung bzw. Rauchentwicklung nicht geprüft
d0: kein brennendes Abtropfen/Abfallen innerhalb von 600 Sekunden
d1: kein brennendes Abtropfen/Abfallen mit einer Nachbrennzeit länger als 10 Sekunden innerhalb von 600 Sekunden
d2: keine Leistung festgestellt
Optimale technische Ausführung
Insbesondere in Zeiten von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielt eine sorgfältige Vorbereitung bei Bauvorhaben eine immer größer werdende Rolle. Nur durch die gewerksübergreifende Planung kann eine intakte Gebäudehülle gewährleistet werden. Zudem werden Arbeits- und Materialkosten minimiert.
Eine fundierte Planungsphase ist unerlässlich, um mögliche Fehlerquellen bereits im Vorfeld zu identifizieren und zu vermeiden. Dazu gehört die genaue Analyse der baulichen Gegebenheiten, der gewünschten energetischen Standards sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Einhaltung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Ein detaillierter Bauplan, der alle notwendigen Schritte und Anforderungen erfasst, bildet die Grundlage für die Umsetzung.
Notwendigkeit einer Gewerkekoordination
Wichtig ist hierbei auch die frühzeitige Einbindung aller beteiligten Fachleute, wie Architekten, Ingenieure und Handwerker. Eine enge Zusammenarbeit zwischen diesen Gewerken stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt und eventuelle Schnittstellenprobleme rechtzeitig erkannt werden. Insbesondere bei Projekten, die eine hohe Luftdichtheit erfordern, ist eine präzise Abstimmung der einzelnen Arbeitsschritte von besonderer Bedeutung. Fehlerhafte Abdichtungen oder unzureichende Dichtheitsmaßnahmen können im Nachhinein zu erheblichen Problemen führen, wie Feuchtigkeitsschäden oder einem erhöhten Energieverbrauch.
Materialeinsatz und Kostenmanagement
Ein weiterer entscheidender Faktor für den Erfolg eines Bauprojekts ist die Auswahl und der effiziente Einsatz der Materialien. Hochwertige Materialien sind häufig teurer, bieten aber oft eine längere Lebensdauer und höhere Energieeinsparungen, was langfristig Kosten reduziert. Gleichzeitig sollte auf eine präzise Berechnung der benötigten Materialmengen geachtet werden, um Überbestände und damit unnötigen Abfall zu vermeiden.
Qualitätskontrollen und Mängelvermeidung
Um die technischen Anforderungen, insbesondere hinsichtlich der Luftdichtheit, sicherzustellen, sind regelmäßige Qualitätskontrollen während der Bauausführung unerlässlich. Der sogenannte Blower-Door-Test ist ein etabliertes Verfahren, um die Luftdichtheit eines Gebäudes zu überprüfen. Da solche Prüfungen erst nach Abschluss der Bauarbeiten durchgeführt werden, sind Mängelbehebungen deutlich aufwändiger und kostenintensiver. Aus diesem Grund sind Sichtprüfungen und ineinandergreifendes Arbeiten während der Ausführung so wichtig.
Beispiele für gewerkeübergreifendes Arbeiten
Insbesondere in Zeiten von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielt die sorgfältige Planung und Abstimmung der unterschiedlichen Gewerke eine wichtige Rolle. Das gewährleistet nicht nur eine optimal funktionierende Gebäudehülle, sondern minimiert zudem Arbeits- und Materialkosten.
Luftdichtheit
Innere Ebene
Die Sicherstellung einer luftdichten Gebäudehülle trägt nicht nur zu einer höheren Energieeffizienz bei, sondern verbessert auch die Wohn- und Luftqualität und führt zur Vermeidung von Feuchtigkeit und Schimmel. Dabei ist zu beachten, dass das Gebäude trotz seiner Luftdichtigkeit ausreichend belüftet wird.
Raum- und Außenklima werden durch die Raumebene getrennt. Insbesondere diese innere Abdichtung muss daher luftdicht sein. Dadurch wird gewährleistet, dass die Luftfeuchtigkeit der warmen Raumluft nicht in die Dämmebene gelangt und so die Kondensatbildung in der Dämmebene ausgeschlossen wird. An der Innenseite muss die Abdichtung luftdicht sein und deren Wasserdampfdiffusionswiderstand höher als bei der Außenabdichtung.
Dadurch wird das Risiko von Schimmelwachstum, Holzverfall, Rostbildung an Metallteilen und anderen strukturellen Problemen verringert und die Luftqualität verbessert. Durch die Kontrolle des Luftaustauschs tragen luftdichte Gebäude dazu bei, die Luftqualität im Innenraum zu verbessern, indem sie das Eindringen von Schadstoffen aus der Außenluft begrenzen und den Einsatz von Lüftungssystemen effizienter machen.
Luftdichte Gebäude bieten eine gleichmäßigere Raumtemperatur und reduzieren Zugluft, was den Wohn- und Arbeitskomfort erhöht. Innenräume bleiben kühler im Sommer und wärmer im Winter, ohne dass starke Temperaturschwankungen auftreten. Zudem werden Heiz- und Kühlenergieverluste minimiert, was zu einer verbesserten Energieeffizienz führt und die Betriebskosten senkt. Dies ist besonders wichtig bei Niedrigenergiehäusern, die darauf ausgelegt sind, einen sehr geringen Energieverbrauch zu haben.
In der abgebildeten Grafik markiert die rote Linie die luftdichte innere Abdichtung der Gebäudehülle als Trennungsebene zwischen Raum- und Außenklima. Durch Kreise gekennzeichnet sind die baulichen Bereiche, welche lückenlos über alle drei Ebenen abgedichtet werden müssen.
Soudal-Produkte zur Luftdichtheit
Dichtstoffe
Üblicherweise eignet sich zur Sicherstellung der Luftdichtheit bei einer Fuge ein Acryl-Dichtstoff. Er kommt dann zum Einsatz, wenn die Innenseite im Anschluss angestrichen oder tapeziert wird. Da ein solcher Acryl-Dichtstoff aber in der Regel nicht auf angrenzenden Fliesen oder glasierten Untergründen haftet, kann in dem Fall alternativ ein Hybrid-Polymer-Dichtstoff verwendet werden. Ein Silikon-Dichtstoff wird im Innenbereich verwendet, wenn die Fuge nicht überstrichen werden muss oder die Fuge abgedeckt wird.
Folien
Bei einer größeren Fugenbreite kann die luftdichte Abdichtung zum Baukörper mit geeigneten Folien sicher hergestellt werden. Diese können wechselseitig oder gleichseitig auf das Bauelement (bspw. Fensterrahmen) geklebt werden. Der Anschluss zum Bauwerk wird über Klebestreifen sichergestellt oder mit Folienkleber vollflächig verklebt. Eine Vlieskaschierung stellt sicher, dass Verputzer oder Maler problemlos ihre Materialien auf die Folien applizieren können ohne Unverträglichkeiten erwarten zu müssen.
Flüssigmembranen
Auch mit Flüssigmembranen kann im Innenbereich die luftdichte Abdichtung sichergestellt werden. Neben einer sprühbaren Membran, die aus der Sprühpistole ausgebracht werden kann, stehen für größere Fugen und Rissüberbrückungen faserverstärkte streichbare Dichtstoffe mit erhöhter Festigkeit und Sicherheit zur Verfügung. Durch die Einlage eines Vlieses kann die Luftdichtheit auch bei größeren Rissen sicher hergestellt werden.
Klebstoffe
Die Luftdichtigkeit von Gebäuden stellen geeigente Klebstoffe durch die dauerhafte Verklebung von Dampfsperr- und Fensterfolien an Übergängen zum Mauerwerk und anderen Baumaterialien sicher.
Schall- & Wärmedämmung
Mittlere Ebene
Eine funktionierende Dämmebene trägt ganzjährig zur Verbesserung des Raumklimas und zur Senkung der Betriebskosten bei. Im Winter sorgt sie dafür, dass es warm – im Sommer dafür, dass es angenehm kühl bleibt, ohne dass große Mengen zusätzlicher Energie für Heizen oder Kühlen aufgewendet werden müssen.
Die Dämmebene besteht aus speziellen wärmeisolierenden Materialien, die gezielt dafür ausgewählt wurden, die Wärmedämmung zu optimieren. Zumeist werden Dämmstoffe wie Mineralwolle, Styropor und Polyurethan eingesetzt. Diese Materialien besitzen eine geringe Wärmeleitfähigkeit, was bedeutet, dass sie die Wärme im Inneren besser speichern und gleichzeitig verhindern, dass kalte Außenluft eindringen kann.
In den Sommermonaten übernimmt die Dämmebene eine umgekehrte Funktion: Sie sorgt dafür, dass die Hitze von außen möglichst nicht in das Gebäudeinnere gelangt. Durch diese Barriere bleibt das Raumklima im Inneren des Gebäudes angenehm kühl, auch wenn die Außentemperaturen steigen. Das verbessert nicht nur den Komfort für die Bewohner, sondern reduziert auch den Bedarf an aktiven Kühlmaßnahmen wie Klimaanlagen, was wiederum Energie einspart.
In der abgebildeten Grafik markiert der grüne Bereich die Funktionsebene innerhalb der Gebäudehülle zur Schall- und Wärmedämmung. Durch Kreise gekennzeichnet sind die baulichen Bereiche, welche lückenlos über alle drei Ebenen abgedichtet werden müssen.
Soudal-Produkte zur Schall- & Wärmedämmung

Polyurethanschäume
Ein Füll- und Dämmschaum erfüllt nicht nur eine wärme- und schalldämmende Funktion sondern gleicht Unebenheiten, Lücken und baubedingte Mängel ausgezeichnet aus. Die Flexibilität von hochwertigem PU-Schaum verhindert zudem Haarrisse innerhalb des Schaums sowie Flankenabrisse zu den jeweiligen angrenzenden Substraten. Desweiteren werden bei Bauteil-Durchdringungen, die insbesondere im Sanitär- und Dachbereich vorhanden sind, spezielle Füllschäume mit hohem Expansionsverhalten eingesetzt. Der Polyurethanschaum dringt hier bei der Ausdehnung in kleinste Hohlräume ein und verschließt sie. Diese Bereiche sowie größere Hohlräume, wie sie beispielsweise bei Rollladenkästen oder bei zweischaligen Mauerwerken vorkommen, werden zu Dämmzwecken mit Schaum ausgefüllt.

Multifunktionale Füll- und Dämmstoffe
Diese Produkte gewährleisten neben der dauerhaften Wärme- und Schalldämmung auch die Luftdichtheit auf der Rauminnenseite für die Trennung von Raum- und Außenklima. Ausgehärtet kann das Material zudem problemlos überstrichen und überputzt werden.

Multifunktionsbänder
Multifunktionale Fugendichtbänder erfüllen neben der Funktion zur Wärme- und Schalldämmung weitere Anforderungen wie Schlagregendichtheit für den Witterungsschutz und Luftdichtheit auf der Rauminnenseite für die Trennung von Raum- und Außenklima.

Klebstoffe
Um Gebäude energetisch effizienter zu machen, werden Fassaden mit Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) gedämmt. Hier kommt verstärkt PU-Schaum zum Einsatz. Für die Verklebung von Polyurethan-Hartschaum, Polystyrol-Hartschaum, und Phenolharz stehen spezielle Klebeschäume zur Verfügung. So können diese Dämmstoffe auf Untergründen wie bestreuten Bitumendachbahnen, Beton, Gasbeton, Mauerwerk, Holzwerkstoffen und Stahlblech im Dachbereich aber auch auf senkrechte Flächen aufgebracht werden.
Wetterschutz
Äussere Ebene
Die Wetterschutzebene bildet die äußere Abdichtung des Bauelementes. Diese muss Schlagregen und Wind aber auch UV-Belastung durch Sonneneinstrahlung standhalten. Zudem hat die äußere Abdichtung den Zweck bei niedrigen Außentemperaturen eine Wasserdampfdiffusion zur Außenseite hin zu gewährleisten.
Insbesondere zur kalten Jahreszeit ist der Feuchtigkeitsgehalt der warmen Luft bei beheizten Räumen höher als der der kalten Außenluft. Da es hierbei zu einem Dampfdruckgefälle kommt, diffundiert die Luftfeuchtigkeit von den Innenräumen in Richtung der Außenbereiche. Ein wasserdampfdiffusionsoffenes Dichtsystem verhindert, dass sich bei diesem Vorgang Kondenswasser in der Anschlussfuge ansammelt und es zu Schäden aufgrund von Feuchtigkeit kommt.
Die Anschlussfuge muss an der Außenseite nicht nur winddicht und schlagregendicht sein, sondern auch Witterungsbeständigkeit garantieren. Bei Fassaden, die nicht hinterlüftet sind, gilt das Prinzip „Innen dichter als Außen“.
In der abgebildeten Grafik markiert die blaue Linie die luft- und winddichte, aber auch diffusionsoffene äußere Abdichtung zum Schutz vor Witterungseinflüssen. Durch Kreise gekennzeichnet sind die baulichen Bereiche, welche lückenlos über alle drei Ebenen abgedichtet werden müssen.
Soudal-Produkte zum Wetterschutz

Dichtstoffe
Besonders gut für die Außenfugen eignen sich die elastischen Silikon-Dichtstoffe. Neben starker Haftung auf vielen Untergründen und ausgezeichneter Beständigkeit gegen UV-, Alterungs- und Witterungseinflüsse zeichnen sich Silikon-Dichtstoffe durch hohe Temperaturbeständigkeit aus. Auch UV-beständige Hybrid-Polymere lassen sich für außen liegende Fugen einsetzen, falls eine höhere Anstrichverträglichkeit für einen anschließenden Farbanstrich der angrenzenden Bereiche benötigt wird.

Dichtungsbänder
Vorkomprimierte Fugendichtungsbänder werden im Allgemeinen nach den Anforderungen der DIN 18542 BG1 klassifiziert. Alle Dichtungsbänder haben isolierende Eigenschaften und sind je nach Kompressionsgrad winddicht. BG1-Dichtbänder sind schlagregendicht größer gleich 600 Pa und eignen sich für witterungsexponierte Anwendungen (UV-beständig). Bitumenbänder kommen insbesondere bei der äußeren Dachabdichtung zum Einsatz.

Folien
Bei größeren Fugenbreiten kann die schlagregensichere und dampfdiffusionsoffene äußere Abdichtung zum Baukörper mit geeigneten Folien hergestellt werden. Diese haften auf nahezu allen Oberflächen und eine Vlieskaschierung stellt sicher, dass Verputzer oder Maler problemlos ihre Materialien auf die Folie applizieren können ohne Unverträglichkeiten erwarten zu müssen.

Flüssigmembranen
Der schlagregendichte äußere Anschluss zum Baukörper kann ebenfalls durch streichbare Dichtstoffe sichergestellt werden. Auch hier können größere Risse durch die Einlage des Vlieses überbrückt werden. Zur Abdichtung bodentiefer Fenster im unteren Bereich (welche nicht in den Bereich einer Bauwerksabdichtung nach DIN 18533 fällt) steht ebenfalls eine geeignete Flüssigmembran zur Verfügung.

Klebstoffe
Zur vollflächigen Verklebung von wasserdichten, langlebigen und robusten Dachabdichtungsbahnen, wie Oberlagen aus Bitumen oder vließkaschierte Kunststoffbahnen, sowohl für die horizontale als auch für die vertikale Anwendung gibt es gebrauchsfertige und sprühbare Klebeschäume.
Informationen im PDF-Format zum Download
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